Pressespiegel

Hofheimer Zeitung vom 7.8.2009

Glanzlicht HWB

Stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ist gut aufgestellt

HOFHEIM (mwo) - Erstmals hat jetzt die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) zusammen mit ihrer Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeisterin Gisela Stang, ihre Jahresbilanz der Öffentlichkeit vorgestellt. "Wir haben auch schon stürmische Zeiten gehabt", betonte Stang, die mit diesem Schritt ganz bewusst einmal die positiven Seiten der stadteigenen Tochtergesellschaft präsentieren wollte. Denn eins ist sicher: Die Zahlen der HWB können sich sehen lassen - und das um so mehr, als in Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren immer mehr Unternehmen in die Knie gehen.

Die 1926 gegründete Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft ist in den letzten Jahren zum Senkrechtstarter geworden. Seit 2004 hat sich die Bilanzsumme von 51 Millionen auf 61 Millionen Euro erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 20 Prozent. Der Jahresüberschuss - also der Gewinn - ist in den letzten vier Jahren von 474000 auf 958000 Euro gestiegen. Diese konstante Erwirtschaftung von Jahresüberschüssen ist wichtig für Investitionen in den Wohnungsbestand, der teilweise so alt ist wie die HWB selbst. "Wir sind nicht abhängig von Zuschüssen", betonte HWB-Prokurist Norman Diehl stolz, der zweite Mann in der Chefetage neben Geschäftsführer Josef Mayr. Dabei bewegt die HWB pro Jahr rund 20 Millionen für Investitionen. Auch in puncto Eigenkapital steht die HWB mit einer Quote von 30,8 Prozent gut da, die gut zehn Prozent über dem Durchschnitt liegt. Denn auch die Eigenkapitalquote hat sich seit 2004 gut entwickelt von 15,4 Millionen auf 18,9 Millionen Euro. "Die HWB ist stark, solide und gesund", so Diehl. Das kann der Prokurist auch stolz sagen, denn mit dieser Eigenkapitalquote fällt es der HWB leicht, am Markt an günstige Kredite zu kommen.

Das ureigene Geschäft der HWB ist es, Wohnraum für alle Geldbeutel und alle Generationen zu schaffen. 1581 Wohnungen sind im Bestand, wovon zwei Drittel öffentlich gefördert sind. Das bedeutet, dass jeder zehnte Hofheimer in einer Wohnung der HWB lebt. Trotzdem ist das Interesse an preisgünstigen Wohnungen ungebrochen. Im vergangenen Jahr standen 320 Interessenten auf der Warteliste, von denen 218 in eine öffentlich geförderte Wohnung wollten. Dazu gehörten 30 Alleinerziehende, 21 ältere Menschen, 23 kinderreiche Familien mit drei und mehr Kindern sowie 21 "Notstände", die von Obdachlosigkeit bedroht waren. Pro Quartal kommen 70 Interessenten dazu, während letztes Jahr nur 85 Wohnungen neu vermietet wurden. Die Fluktuation von nur fünf bis sieben Prozent der Mieter pro Jahr sei extrem niedrig, betonte Stang. Das bedeutet, dass die Wartezeiten insbesondere für Drei- bis Vierzimmerwohnungen immer länger werden. Seit Sommer 2008 gehört auch das Soziale Management mit zum Tätigkeitsfeld der HWB. So bietet der eigens eingestellte Sozialarbeiter Haluk Kaya regelmäßige Besuchszeiten "vor Ort" in der Frankfurter Straße 106 und in dem Wohnprojekt in der Oranienstraße Langenhain. Im Rahmen des Sozialen Managements werden Konfliktberatung bei Mieterstreitigkeiten und Lärmbelästigungen, Mietschuldnerberatung, Mediationsgespräche und die Betreuung älterer Menschen angeboten, die beispielsweise in einer kleineren Wohnung viel besser aufgehoben wären als in ihrem Jahrzehnte alten Domizil. Diese besondere Form des Managements hat sich schon ausgezahlt, beispielsweise durch Bar-Mietzahlungen an der Haustür säumiger Mieter. Ein weiteres großes Aufgabenfeld ist die Bestandspflege. So sind 2008 im Wohnblock der Chattenstraße 16-20 für eine knappe halbe Million Euro zwölf Wohnungen saniert worden. Gar 820000 Euro hat die ganzheitliche Sanierung des Schweriner Wegs 1 gekostet, dessen komplett neue Gebäudehülle samt den neuen Balkonen im Frühjahr fertig wurde. Mit solchen Sanierungen, die pro Jahr bei einem oder zwei Häusern durchgeführt werden, lassen sich 50 Prozent und mehr an Heizkosten sparen. Das komme zwar den Mietern zugute, könne manches Mal aber auch solch eine große Belastung sein, dass in der Sanierungsphase eine andere Wohnung angeboten werde. Neben dem Kerngeschäft rund um die Sozialwohnungen betätigt sich die HWB zunehmend als Bauträger, wie bei dem Projekt in der Oberen Hauptstraße. Zwei der Wohnungen sind laut Geschäftsführer Mayr schon vermietet. Er ist zuversichtlich, dass er auch noch die restlichen 18 Wohnungen gut vermarkten kann. Das größte Projekt, das die HWB jemals realisiert hat, ist das Kombi-Paket aus zwei Märkten (Rewe und Penny) und dem Bürgerhaus Marxheim in der Ahornstraße, das mit 11,2 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Märkte sollen bereits im November fertig sein. Da die Baugenehmigung jetzt auch für das Bürgerhaus vorliegt, wird auch damit bald begonnen werden können. Unübersehbar rollen auch die Bagger für das HWB-Forum gegenüber dem Rathaus. Bis Ende 2010 wird hier in den zwei unteren Etagen das neue HWB-Domizil entstehen neben vier anderen Gewerbeeinheiten. Die Sparda-Bank und eine Espressobar konnten als Mieter gewonnen werden. In den zwei obersten Etagen entstehen 21 barrierefreie Mietwohnungen, von denen 16 öffentlich gefördert werden und fünf rollstuhlgerecht sind. In der Tiefgarage werden 45 Parkplätze entstehen. Verschlingen wird das Projekt 7,6 Millionen Euro.

   
 
 
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