Pressespiegel

Höchster Kreisblatt vom 14.07.2010

Der erste Blick ins Bürgerhaus

Echte Alternative zur großen Stadthalle – Kabarett und Kleinkunst künftig in Marxheim?

Zu Weihnachten ist Bescherung: Mehr als 80 Jahre nach der Eingemeindung erhalten die Marxheimer dann ihren größten Wunsch erfüllt.

VON BARBARA SCHMIDT

Hofheim. Ob es einmal „Knotte-Treff“ oder „Maxemer Gudd Stubb“ heißen wird oder ob der rundliche Bau „Marxheimer Muschel“ oder doch nur schlicht „Bürgerhaus“ getauft wird? Wie der Ideenwettbewerb zum Bürger-, Vereins- und Kulturzentrum ausgeht, ist noch nicht raus. Das Objekt jahrzehntelanger Ortsteil-Begierde aber reift mittlerweile schon mächtig der Vollendung entgegen. Im Auftrag der Stadt Hofheim hat deren 100-prozentige Tochter, die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft, die Realisierung übernommen. Geschäftsführer Josef Mayr zeigte für die Kreisblatt-Leser schon einmal, auf was sich die Marxheimer freuen dürfen.

Saal für 200 Personen

Herzstück des Baus ist der mit Oberlichtern ausgestattete Saal. 200 Personen sollen hier Platz finden – auf robustem Eichenparkett, wie die lange Suche nach dem richtigen Boden ergab. „Wir profitieren bei den Fragen der Inneneinrichtung sehr von den Erfahrungen mit der Stadthalle“, ist Mayr dankbar, von den Mitarbeitern der Hallen- und Parkhaus-GmbH, einer weiteren Tochtergesellschaft der Stadt, wichtige Tipps zu bekommen. Mitsprechen dürfen aber auch die Vereine, die das Gebäude nutzen sollen. Wichtige Anregungen kamen schon bei der Planung vom Vereinsring. Der separate Bühnenzugang von hinten oder die direkte Verbindung zwischen Saal und Küche gehören dazu. Denn der Saal allein macht’s ja noch nicht, entscheidend ist, wie so oft, das Detail. So fehlt die Technik-Empore nicht, auf der Beleuchtung und Beschallung untergebracht werden sollen. Und die Bühne ist nicht nur von hinten betretbar, es gibt auch den nötigen Raum, um sich für einen Auftritt zu formieren. Die Umkleide mit Toiletten und sogar Duschen liegt im 1. Stock. „Das war ausdrücklicher Wunsch“, sagt Mayr zur guten sanitären Ausstattung.

Für zwei Fastnachtssitzungen im Jahr wäre das sicher zu viel des Guten, aber der Saal soll ja längst nicht nur dafür genutzt werden. Was die Kultur-Agentur der Stadt, die mit der Belegung des 3,5 Millionen Euro teuren Neubaus betraut ist, hier selbst an Veranstaltungen platziert, wird derzeit überlegt. Eine echte Alternative zur deutlich größeren Stadthalle ist das Bürgerhaus sicher für alles, was in kuscheliger Atmosphäre einfach besser rüber kommt, wie Kabarett oder andere Kleinkunst.

Das großzügige Foyer, dessen Dach begrünt werden soll, garantiert, dass in Veranstaltungspausen beim Sektgenuss keine Platzangst aufkommt. „Hier ließe sich auch mal eine Ausstellung machen“, ist HWB-Geschäftsführer Mayr überzeugt. Gegenüber dem Saal grenzt der große Seminarraum ans Foyer, der in zwei oder drei Räume geteilt werden kann. Dass seine Fenster auf Parkplatz und Supermarkt gehen, ist weniger attraktiv, „aber da werden wir ja noch etwas mit Begrünung machen“, sagt Mayr. Im ersten Stock darüber ist der Blick aus der nach Süden schauenden Fensterfront schon lohnender. „Die schönste Aussicht hat die künftige Außenstelle“, zeigt Mayr, dass zumindest in dem 17-Quadratmeter-Zimmer die exzellente Lage des Baugrunds am Hang mit ihrem weitem Blick in die Mainebene und bis zur Bergstraße zum Tragen kommt.

Nicht nur die Vereinsräume für Astronomen, Heimatgeschichtler, Stadtteilbücherei des Volksbildungswerks und die Außenstelle haben einen separaten Zugang und eigene Toiletten, auch der Jugendraum ist unabhängig vom Rest des Gebäudes nutzbar. Damit etwa die Steckdosen auch da liegen, wo sie benötigt werden, hat sich die HWB eng mit den künftigen Nutzern abgestimmt. „Es war schon ein bisschen Arbeit“, sagt Mayr, aber eben eine sinnvolle. Auch beim Schließsystem hat man sich, ob der vielen verschiedenen Nutzer des Gebäudes, viele Gedanken gemacht und sich dann für die moderne Variante mit sogenannten Transpondern entschlossen. Statt Schlüsseln gibt’s Plastik-Chips, die elektronisch gelesen werden. „Wenn jemand einen verliert, kann man ihn schnell löschen und muss nicht alle Schlösser austauschen“, nennt Mayr den großen Vorteil, der das etwas teurere System schnell zur lohnenden Investition machen könnte.

   
 
 
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