Pressespiegel

FAZ vom 05.12.2011

Kaum noch neue Sozialwohnungen

Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft saniert Bestand / Geringe Fluktuation

bie. HOFHEIM. Die Vermietung günstiger Wohnungen macht nach wie vor das Kerngeschäft der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) aus. 80 Prozent der fast 1600 Wohnungen seien zu einer Kaltmiete von weniger als sechs Euro je Quadratmeter vergeben, sagte Geschäftsführer Josef Mayr bei der Vorstellung der Geschäftsentwicklung. Nahezu ein Fünftel werde für weniger als vier Euro angeboten. Dennoch nimmt die Zahl der Sozialwohnungen, die derzeit die Hälfte des Bestands ausmachen, beständig ab.
Vor drei bis fünf Jahren habe der Anteil noch bis zwei Drittel gelegen, sagte Mayr. Während viele ältere Wohnungen aus der Bindung fielen, könnten kaum noch neue gebaut werden. Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) machte als Aufsichtsratsvorsitzende den Wegfall der Fehlbelegungsabgabe dafür verantwortlich. 120 000 Euro hätten daraus bisher für Hofheim zur Verfügung gestanden. Wie eine Kompensation aussehen solle, habe die Landesregierung noch nicht gesagt.
Für die geplante Wohnanlage der HWB am Kiebitzweg in Diedenbergen tat sich deshalb eine Finanzierungslücke auf. 39 Wohnungen sollen dort entstehen, zu zwei Drittel gefördert. Die Erdgeschosswohnungen sind barrierefrei geplant, sechs davon rollstuhlgerecht. Das 5,6 Millionen Euro teure Vorhaben kann nun doch vom Frühjahr nächsten Jahres angebaut werden. "Wir hatten noch Restmittel aus der Fehlbelegungsabgabe", sagte Mayr. Außerdem hätten die niedrigen Zinsen die fehlenden Mittel ausgeglichen. Neue Projekte zu beginnen werde aber deutlich schwieriger.
Die vielen Investitionen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass die Bilanzsumme der HWB zwischen 2006 und 2010 von 56,3 Millionen Euro auf knapp 73 Millionen Euro gestiegen ist. Der Jahresüberschuss schwankte in dieser Zeit meist um eine Million Euro und betrug im vergangenen Jahr 839000 Euro. Das Geld sei wichtig für neue Projekte, sagte der Geschäftsführer. Das Eigenkapital habe sich von 17,1 Millionen auf 21 Millionen Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote von 28,7 Prozent sei in der Wohnungswirtschaft ein guter Mittelwert. Während die Zahl der Sozialwohnungen abnimmt, ist die Nachfrage nach Angaben des Geschäftsführers weiterhin hoch. Von den 336 registrierten Interessenten suchten 224 eine gefördete Wohnung. Die Zahl der Neuvermietungen, 2010 nur noch 77, gehe tendenziell zurück. Die geringe Zahl von Kündigungen zeige zwar, dass die Mieter zufrieden seien. Mayr führte die geringe Fluktuationsrate aber auch darauf zurück, dass die Bewohner angesichts des knappen Markts keine anderen Wohnungen fänden.
Außer dem Neubau von Wohnungen, etwa in Lorsbach am Bahnhof oder auf dem alten Feuerwehrgelände, beschäftigt vor allem die energetische Sanierung des Bestands aus den sechsziger und siebziger Jahren die Verantwortlichen. 20 Wohnungen wurden in diesem Jahr am Schlesierweg modernisiert. Die bessere Dämmung spart den Mietern Nebenkosten. Allerdings erhöht sich auch die Miete, was neben der Belastung durch die Bauarbeiten für Gesprächsbedarf sorgt. Über die für 2013 geplanten Sanierungen an der Berliner Straße in Marxheim informiere man daher schon jetzt, sagte Mayr. Die städtische Tochtergesellschaft selbst hat im Juni ihr neues Domizil, das HWB-Forum gegenüber dem Rathaus, bezogen. Der Geschäftsführer berichtete von einer großen Nachfrage für die 20 Wohnungen. Die drei Gewerbeflächen seien dagegen schwieriger zu vermieten, zumal der Betreiber einer Kaffeebar abgesprungen sei. Für das Obergeschoss stehe man aber kurz vor dem Abschluss.

   
 
 
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