Pressespiegel

Höchster Kreisblatt vom 06.12.2011

HWB macht ein "schönes Plus"

Kaum Fluktuation: Bei der Wohnungsbaugesellschaft lebt’s sich gut

1569 Wohnungen hatte die HWB 2010 in ihrer Jahresbilanz stehen. Leicht ist es trotzdem nicht, eine davon zu ergattern.

Von Barbara Schmidt

Hofheim. Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist im Main-Taunus-Kreis groß. Doch Sozialwohnungen werden kaum noch gebaut. „Außer uns macht das nur noch Hattersheim“, sagt Josef Mayr, Geschäftsführer der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft.
Leichter ist es auch nicht geworden, günstige Wohnungen zu bauen, denn im Land Hessen ist die Fehlbelegungsabgabe ausgelaufen. Für das geplante Projekt am Kiebitzweg in Diedenbergen ist immerhin die Finanzierung noch gesichert. „Wir hatten noch eine Finanzierungslücke, konnten sie aber schließen“, beruhigt Mayr. „Weil die Zinsen momentan so niedrig sind, haben wir die Wirtschaftlichkeit für das Projekt noch hingekriegt.“ Mit 39 Wohnungen, von denen 26 öffentlich gefördert sind, wird der Komplex das größte Bauvorhaben der nächsten Zeit sein. Die Baugenehmigung liege bereits vor, im kommenden Frühjahr solle dann begonnen werden, so Mayr. In Planung sind noch zwei kleinere Objekte in Lorsbach (Talstraße 2 und Am Bahnhof 2), die demnächst dem Ortsbeirat vorgestellt werden sollen. Gebaut werden wird hier wohl erst 2013.

Positive Bilanz

Insgesamt fällt die Jahresbilanz der HWB für 2010 positiv aus. Bei einem Umsatz von rund 10 Millionen Euro bleibt unter dem Strich ein Plus von 839 000 Euro. Geld, das die Wohnungsbaugesellschaft wieder in neue Projekte steckt. „Ein schönes Plus“, nickt Mayr, aber für das, was man im nächsten Jahr vorhabe, sei die Summe gerade so ausreichend.
Neben Neubauten steht immer auch die Pflege des Bestands an. „Da müssen wir einfach jedes Jahr ein bis zwei Objekte sanieren“, damit die Gebäude auf Dauer nicht an Wert verlieren, erläutert der Geschäftsführer. Bei 72,8 Millionen Euro lag 2010 die Bilanzsumme der HWB, die dem aktuellen Wert der von ihr gehaltenen Immobilien entspricht. Die Eigenkapitalquote, also das, was tatsächlich davon bei einem Verkauf der Gesellschaftübrig bliebe, beträgt 28,7 Prozent (knapp 21 Millionen Euro). An Darlehen waren also Ende 2010 etwas mehr als 50 Millionen Euro auf die HWB eingetragen.
Nicht alle Mieter sind allerdings glücklich, wenn die HWB eine Sanierung ankündigt. Beim Objekt Am Forsthaus 7-11 etwa habe man „einen sehr intensiven Diskussionsbedarf“0 bei den Mietern feststellen müssen, räumt Mayr ein. Die Folge: Die eigentlich für dieses Jahr geplanten Sanierungen, die vor allem der Energieeinsparung dienen sollen, wurden verschoben. Deshalb will die HWB künftig grundsätzlich früher das Gespräch suchen.

77 Neuvermietungen

Für die Mieter das Problem: Wenn ihre Wohnungen besser gedämmt werden, können sie zwar Heizkosten sparen, doch die Miete steigt. Das ist etwa für Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, dann fatal, wenn die erhöhte Miete über dem Satz liegt, den das Sozialamt bewilligt. Da bleibt dann oft nur ein Umzug. Günstige Wohnungen, für 6 Euro pro Quadratmeter, habe die HWB ja auch noch, meint Mayr.
Doch frei wird eher selten was. Nur 77 neue Mieter konnte die HWB 2010 begrüßen.„Unsre Mieter wohnen gern bei uns“, weiß Mayr. Doch die geringe Fluktuation sei auch eine Folge der Entwicklung am Wohnungsmarkt, auf dem die Mieten angezogen haben.
Zwei Leerstände hat die HWB allerdings auch. Im neuen „Forum“ an der Elisabethenstraße, dem Sitz der Gesellschaft, sind zwei Mieter von Ladenlokalen wieder abgesprungen. „Wir sind auf der Suche und dabei schon recht weit“, sagt Mayr. Wer sich für die rund 100 und knapp 50 Quadratmeter großen Räume interessiere, habe aber noch eine Chance, wenn er sich bald melde.

   
 
 
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