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Hofheimer Zeitung vom 6.12.2011 Stolze Bilanzsumme HWB ist profitabelste städtische Tochter hofheim (mwo) - Neben der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Hattersheim und der kleinen Wobau in Eschborn, deren Bestand von der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) verwaltet wird, gibt es im MTK nur noch in Hofheim eine städtische Wohnungsbaugesellschaft. Einmal mehr hat die HWB bei ihrer Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2010 bewiesen, dass sie die profitabelste Tochter des Mutter-Konzerns „Stadt“ ist. Bürgermeisterin Gisela Stang, die kraft ihres Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzende der HWB ist, warnte aber vor Problemen wegen der vom Gesetzgeber zum 1. Juli diesen Jahres gestrichenen Fehlbelegungsabgabe. Denn mit dieser Fehlbelegungsabgabe in Höhe von rund 120 000 Euro jährlich, die von mittlerweile besserverdienenden Mietern von Sozialwohnungen bislang zu zahlen war, sind in der Vergangenheit immer wieder neue geförderte Wohnungen mitfinanziert worden. Das neue HWB-Projekt am Kiebitzweg in Diedenbergen kann aber noch mit Restmitteln der Fehlbelegungsabgabe angegangen werden im Frühjahr. Nicht ohne Stolz präsentierte HWB-Geschäftsführer Josef Mayr die Zahlen des Geschäftsjahres 2010. Die Bilanzsumme, die Auskunft über die Vermögenswerte der HWB mit ihren vielen Gebäuden und Liegenschaften gibt, ist in den letzten vier Jahren von 56 Millionen auf nunmehr 72,8 Millionen Euro gestiegen. Im Vergleich zu 2006 mit dem damaligen Jahresüberschuss von 1,2 Millionen Euro, beträgt der Jahresüberschuss wie in den letzten Jahren aber nur noch 839 000 Euro. Diese stattliche Summe dient aber nach wie vor Banken als Sicherheit, so dass die HWB weiter investieren kann. Dazu kann sich auch die Eigenkapitalquote von 28,7 Prozent oder 20,9 Millionen Euro sehen lassen, die 2006 noch bei 17,1 Millionen Euro lag. In der Baubranche gilt solch eine Eigenkapitalquote, wie sie die HWB vorzuweisen hat, als guter Mittelwert, während andere Branchen froh über eine solche Zahl wären, wie Mayr betonte. Kerngeschäft Das Kerngeschäft der HWB ist die Vermietung ihrer 1 589 Wohnungen, die zu rund 80 Prozent immer noch Kaltmieten unter sechs Euro pro Quadratmeter haben. Ein kleiner Anteil der Wohnungen liegt sogar noch unter vier Euro. Während aber früher zwei Drittel des HWB-Bestandes geförderte Sozialwohnungen waren, liegt deren Anteil heute nur noch bei 50,16 Prozent. Und es werden noch mehr Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen, die gar nicht mehr so schnell an anderer Stelle neu gebaut werden können. Dabei warten aber zwei Drittel der 336 Interessenten auf der Warteliste der Wohnungsbaugesellschaft auf eine geförderte Wohnung, die immer etwa eine gleich hohe Anzahl von Wohnungssuchenden für günstigen Wohnraum aufweist. Auch die Fluktuationsrate ist mit ihren 77 Wohnungswechseln im Vergleich zu der Gesamtzahl der Wohnungen verschwindend gering, was zum einen für eine hohe Mieterzufriedenheit spricht. Bei dem aktuellen Wohnungsmarkt überlegen sich aber offenbar die HWB-Mieter zweimal, ob sie tatsächlich einen Umzug riskieren wollen. Energetische Sanierungen Wie in den vergangenen Jahren will die HWB auch wieder einiges in die energetische Sanierung ihrer Häuser investieren, was von Mieterseite immer skeptisch gesehen wird wegen der darauffolgenden Mieterhöhung, mit der die Gesellschaft ihre Kosten wenigstens zu einem Teil wieder hineinbekommen will. So ist anders als ursprünglich geplant, die energetische Sanierung der 21 Wohnungen Am Forsthaus 7-11 noch nicht in diesem Jahr angegangen worden, weil es „viel Diskussionsbedarf bei den Mieter gegeben hat“, wie der HWB-Geschäftsführer betont hat. 2012 soll es aber dann auch hier losgehen mit der energetischen Sanierung. Dagegen sind bereits in diesem Jahr die 20 Wohnungen im Schlesierweg 1-7 angegangen worden. 2013 stehen dann verschiedene Objekte in der Berliner Straße (Hausnummern 3-9, 6a-b, 6c), in der Eifelstraße (1 und 3 sowie 2 und 4), Hunsrückstraße (1 und 3) und in der Marbodstraße 7 an. Neubauvorhaben Das größte Neubauvorhaben ist derzeit die Kita-Nord, die bereits im Frühsommer 2012 bezugsfertig sein soll, mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Millionen Euro. Der Rohbau ist mittlerweile schon fast fertig. Mit 5,6 Millionen Euro wird die geplante Wohnanlage im Kiebitzweg in Diedenbergen zu Buche schlagen, in der 39 Wohneinheiten realisiert werden sollen, von denen zwei Drittel gefördert und sechs Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut werden. Dank niedriger Zinsen kann das Projekt als dem „Resttopf“ der Fehlbelegungsabgabe geschultert werden, wie Mayr deutlich gemacht hat. Insbesondere wenn das Zinsniveau steigt, wird es künftig schwierig sein, solche Projekt überhaupt noch auf die Beine zu stellen. Zu den ganz neuen Projekten gehört ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen am Lorsbacher Bahnhof, das auf 1,2 Millionen Euro kalkuliert wird. Auf dem Areal der alten Lorsbacher Feuerwache soll auch ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten entstehen, in das die HWB 1,3 Millionen Euro investieren will. Nicht nur bei Neubauprojekten wird die Barrierefreiheit für die HWB ein immer größeres Thema werden in Zeiten des demografischen Wandels. Schon heute wird versucht, für ältere und nicht mehr mobile Mieter Lösungen zu finden, für die ihre Wohnungen oft schon mittlerweile zum Gefängnis geworden sind. „Das ist schlimmer als Einzelhaft“, zitiert Bürgermeisterin Gisela Stang die entsprechende Einschätzung der FWG-Sozialexpertin Ingrid Hasse bezüglich der Wohnungsmarktlage. |
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