Pressespiegel

Höchster Kreisblatt vom 19.12.2011

Solar-Invest drückt auf die Tube

Für 55 000 Euro wurde bereits die zweite Stromanlage der jungen Genossenschaft angeschafft

Die Bürger-Genossenschaft hat
sich viel vorgenommen: Künftig
sollen jedes Jahr zwei neue
Photovoltaikanlagen hinzukommen.

Hofheim. „Es war eine sportliche Angelegenheit“, sagt Matthias Neubecker. Der Solar-Anlagenbauer aus Egelsbach hat innerhalb von drei Tagen mit zehn Mann die Photovoltaikanlage auf dem Mietshaus der stadteigenen Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) an der Zeilsheimer Straße 30-32 angebracht. Eile war geboten, um die staatliche Subventionierung zu sichern. Denn für Anlagen, die nach dem 1. Januar 2012 in Betrieb gehen, wird die Subventionierung um 15 Prozent reduziert, während der Strom von „Hofheim II“ noch mit 28,74 Cent pro Kilowattstunde vergütet wird, und das, so lautet die gesetzliche Grundlage im Moment, für die kommenden 20 Jahre.
Rund 55 000 Euro hat die Photovoltaik- Anlage samt Montage gekostet. Eine Investition die sich lohnt, ist Ingrid Kairat, Vorsitzende des Aufsichtsrates der Hofheimer Solar-Invest-Genossenschaft, die die Anlage betreibt, überzeugt: „Der Gegenwert ist auf dem Dach und tagtäglich anzuschauen“, lobt sie die Vorzüge der Genossenschaftsanteile, von denen ein Anteil bereits für 100 Euro zu haben ist.
63 Genossen hat die Solar-Invest, die Ende März dieses Jahres gegründet worden war. Die Mitglieder kommen in der Mehrzahl aus Hofheim und dem Main-Taunus-Kreis. Viele, so Kairat, hätten heutzutage das Bedürfnis nach Sicherheit und wollten, dass ihr Geld in der Region bleibe, weshalb sie sich für die heimische Genossenschaft entschieden hätten.
Bei der Auswahl eines geeigneten Objektes waren vor allem die Südlage und der Zustand des Daches entscheidend. 20 Jahre, so Kairat, sollte das Dach möglichst halten. Von der Planung bis zur Umsetzung dauerte es nur zwei Monate. Das einzige Problem, das laut Kairat aufgetaucht sei, war, dass die Module knapp wurden, weil viele Solar-Freunde in diesem Jahr noch in den Genuss der höheren Subventionen kommen wollten.
Etwa 23 000 Kilowattstunden soll „Hofheim II“ nach den Berechnungen der Solar-Invest jährlich bringen. Macht Einnahmen von knapp 7000 Euro. Der Strom, der da auf dem Dach in der Zeilsheimer Straße produziert wird, reicht für durchschnittlich sechs Einfamilienhäuser.
Mindestens zwei Anlagen pro Jahr, so Günter Bouffier, stellvertretender Vorsitzender, will die Genossenschaft künftig errichten. Auf Hofheim als Standort wolle man sich dabei nicht beschränken, kündigt Kairat an.
Dass sich Solarenergie trotz der Subventionskürzungen lohnt, davon ist sie überzeugt: „Ich denke schon, dass es rentabel bleibt“, sagt sie und argumentiert, dass die Preise für die Module stetig fallen würden und so die Anschaffung günstiger werde.
Doch auch andere alternative Energieformen stehen als Investionsmöglichkeiten laut Satzung für die Genossenschaft zur Debatte. „Wir sind nicht nur auf PV-Anlagen festgelegt“, sagt Kairat. „Wir müssen sehen, was uns sie Zukunft bringt.“
Der Vorteil der Solarenergie sei allerdings, dass sie von der Bevölkerung besser angenommen werde als
etwa die Windenergie, die vor allem dort, wo die riesigen Windräder gebaut werden sollen, häufig umstritten ist. „Die Nutzung ist sozial akzeptiert“, betonte auch Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) in Bezug auf die Solarenergie und ließ die Frage offen, ob das irgendwann auch für die Windkraft der Fall sein wird.

   
 
 
    design codefathers.de